
Grundlage für die Konzeption eines Altstadtquartiers
Die präzise Bestandsaufnahme und Digitalisierung eines Gebäudeensembles als Teil einer denkmalgeschützten Gesamtanlage bildet die Grundlage für jede tragfähige Quartiersentwicklung. Der Beitrag zeigt beispielhaft unsere Herangehensweise im Bereich Bauen im Bestand.
Digitale Bestandsaufnahme Altstadtquartier als erster Schritt
Eine professionelle Bestandsaufnahme ist die essenzielle Basis für jede erfolgreiche Quartiersentwicklung im historischen Bestand. Gerade in historisch gewachsenen Stadtstrukturen sind Maßstäblichkeit, Höhenentwicklung und die Ausbildung baulicher Übergänge von zentraler Bedeutung.In einem aktuellen Projekt haben wir daher als ersten Schritt eine umfassende Bestandsaufnahme und Digitalisierung eines gesamten Gebäudeensembles durchgeführt.
Teil einer denkmalgeschützten Gesamtanlage
Das betrachtete Gebäudeensemble ist Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage der historischen Innenstadt gemäß Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Genauigkeit, Dokumentation und konzeptionelle Zurückhaltung. Die Bestandsaufnahme des Altstadtquartiers erfolgte vor dem Hintergrund der geltenden denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen und bildet eine belastbare Grundlage für genehmigungsrelevante Abstimmungen im Bestand. Weitere Informationen zum rechtlichen und fachlichen Kontext finden sich bei der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg.
Ausgangslage
Mehrere Gebäude unterschiedlicher Bauzeiten und Typologien bilden ein heterogenes, historisch gewachsenes Gefüge. Unterschiedliche Traufhöhen, Dachformen, Fassadenrhythmen und Anbauten prägen das Quartier. Solche Strukturen lassen sich nicht schematisch erfassen – sie verlangen eine präzise, vorurteilsfreie Analyse des Bestands.
Unsere Leistung
- Bestandsaufnahme vor Ort (Geometrie, Höhen, Fassaden, Öffnungen, Dachlandschaften)
- Sichtung, Abgleich und Plausibilisierung vorhandener Unterlagen
- Digitalisierung des Bestands als belastbare Planbasis
- Darstellung von Fassaden, Schnitten und Höhenentwicklungen
- Einordnung der Gebäude im Quartierszusammenhang als Grundlage für die weitere Konzeption
Nachhaltige Transformation historischer Bausubstanz
Die Herausforderung bei der Arbeit im Denkmalbestand liegt darin, den Charakter des Ortes zu bewahren und gleichzeitig moderne Nutzungsansprüche zu integrieren. Erst die exakte Kenntnis der Geometrie und der baulichen Details ermöglicht es, Sanierungskonzepte zu entwickeln, die sowohl wirtschaftlich als auch denkmalgerecht sind. Damit leisten wir einen Beitrag zur langfristigen Transformation von Orten.
Einordnung in unsere Arbeit
Die Arbeit am Bestand ist für uns kein Sonderfall, sondern ein zentrales Arbeitsfeld. Sanierungskonzepte müssen sorgfältig entwickelt und konsequent aus dem jeweiligen Ort heraus gedacht werden. Durch diese methodische Digitalisierung stellen wir sicher, dass die Transformation historischer Orte auf einer präzisen Datenbasis erfolgt, die sowohl den Anforderungen der Eigentümer als auch den Richtlinien der Denkmalpflege in Baden-Württemberg gerecht wird. Ein weiteres Beispiel für unsere Haltung im Umgang mit bestehender Bausubstanz finden Sie hier: Sanierung Villa der 1960er Jahre – Bestand weiterführen