Zeeb Digel Architekten – Reutlingen. Wir gestalten Wandel – mit dem, was ist, und für das, was kommt. Neubau, Umbau, Sanierung: Wir entwickeln konsequent aus dem Kontext heraus – vom kleinen Eingriff bis zum Großprojekt. Wirtschaftlich tragfähig, ökologisch solide, kulturell stimmig. Aktuelles Auszeichnungen Gutachten Leistungen Profil Projekte Wettbewerbe
Zeeb Digel Architekten – Reutlingen. Wir gestalten Wandel – mit dem, was ist, und für das, was kommt. Neubau, Umbau, Sanierung: Wir entwickeln konsequent aus dem Kontext heraus – vom kleinen Eingriff bis zum Großprojekt. Wirtschaftlich tragfähig, ökologisch solide, kulturell stimmig. Aktuelles Auszeichnungen Gutachten Leistungen Profil Projekte Wettbewerbe
Die Zukunft der Galeria Reutlingen neu denken: Einst Symbol einer konsumorientierten Innenstadt – heute ein fast leerstehender Bau mit 20.000 m² Fläche mitten im Zentrum. Doch was wäre, wenn hier ein neuer Ort entstünde? Ein Ort für Bildung, Begegnung, gemeinschaftliches Wohnen – und für eine Stadtentwicklung, die sich an Zukunft, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl orientiert.
Im Rahmen des Workshops „Deepfake 2050 – Reutlingen“ entstand eine Vision, wie die Galeria nicht nur umgebaut, sondern neu gedacht werden kann – als Antwort auf drei zentrale Zukunftsfragen:
Nachhaltigkeit: indem wir nicht abreißen, sondern weiterbauen – und enorme graue Energie einsparen. Mobilität: indem wir Nähe statt Verkehr schaffen – durch Verdichtung der Funktionen in einem Haus. Wandel: ein öffentlicher Ort des Lernens und Begegnung entsteht – für die ganze Stadtgesellschaft.
Was wäre, wenn diese Begriffe nicht abstrakt blieben, sondern hier – mitten in Reutlingen – Gestalt annähmen?
Galeria Reutlingen – Bestand 2024
Zukunft der Galeria Reutlingen: Vom Kaufhaus zur Vertikalen Stadt
Die bestehende Struktur bleibt erhalten – das Rastertragwerk ermöglicht flexible Raumkonzepte. Die Fassade ist nicht tragend – die Hortenkacheln können entfernt werden. Eine neue Fassade öffnet das Gebäude zur Stadt hin. Es entsteht ein „Vertikale Stadt“, in dem Studierende, Familien und ältere Menschen zusammenleben – ergänzt durch Dachgärten, Co-Working-Flächen, soziale Treffpunkte. Statt leerstehender Großflächen: Lernen, Leben und Wohnen unter einem Dach. Statt Rückbau: soziale, ökologische und geistige Transformation.
Zukunft der Galeria Reutlingen: Campus 4.0 – Hochschule mitten in der Gesellschaft
Was wäre, wenn die Hochschule Reutlingen – leistungsstark, aber am Stadtrand isoliert – in der Galeria einen neuen Campusstandort bekommt? Ein Ort, an dem Bildung nicht abgeschlossen ist, sondern offen für alle, lebensnah, inklusiv, praxisorientiert:
Unten: Mobilitätszentrum mit Stadtbahnanbindung, ergänzt durch Start-ups, Werkstätten, Dienstleister. In der Mitte: ein Campus 4.0 – offen für Studierende und Bürger:innen. Darüber: studentisches Wohnen. Obenauf: generationsübergreifendes Clusterwohnen mit Dachgarten – grün, atmend, offen.
Das Haus lebt von der Begegnung. Die große Treppe verbindet nicht nur Geschosse – sie verbindet Menschen. Modulare Apartments treffen auf gemeinschaftliche Flächen: Kochen, Coworken, Gärtnern, Reparieren. So entstehen Nachbarschaften mit geteilter Erfahrung – gelebte Stadtgemeinschaft im Haus. Eine neue Form sozialer Geräumigkeit, die weit mehr leistet als klassischer Wohnungsbau – und gerade für ältere Mitbürger:innen sehr interessant ist.
Zukunft der Galeria Reutlingen: ein neues Stadtzeichen
Vom Listplatz – aktuell ein hermetischer Eindruck – könnte die Galeria zukünftig als ein einladendes Stadtzeichen erscheinen. Offen, wandelbar, prägnant – ein Gebäude, das es so nur in Reutlingen gibt. Ein Alleinstellungsmerkmal und ein mögliches Entrée mit starker Ausstrahlung. In Verbindung mit der großen Außentreppe, die als öffentliche Geste von der Karlstraße zum Dachgarten führt. Die Karlstraße selbst kann im Zuge der Mobilitätswende zum begrünten Boulevard werden – eine neue Achse zwischen Bahnhof und Altstadt.
Wir haben keinen Masterplan entworfen – sondern einen Impuls, der auf realen Potenzialen beruht. 2050 beginnt heute. Denn was wir heute bauen, prägt auch in 25 Jahren noch das Gesicht der Stadt.
Und bezogen auf die Galeria: Wenn nicht hier – wo sonst? Wenn nicht jetzt – wann dann?
Die hier gezeigten Skizzen und Texte wurden von uns erarbeitet und bilden einen Ausschnitt unseres persönlichen Beitrags zur Arbeit der Gruppe Galeria 2050 im Rahmen des Workshops „Deepfake 2050 – Reutlingen“. Sie entstanden im Rahmen eines ehrenamtlichen Engagements und stehen exemplarisch für eine Haltung, die Architektur als offenen Möglichkeitsraum für Stadtgesellschaft, Bildung und sozialen Austausch versteht.
Der hier gezeigte Beitrag wurde Teil der Ausstellung „Building the Future – Vision Reutlingen 2050“ in der VHS Reutlingen und war anschließend im Rathaus Reutlingen zu sehen. Am 3.6.2025 wurde er im Bauausschuss der Stadt Reutlingen vorgestellt.
Mehr zur Ausstellung und zur städtebaulichen Diskussion finden Sie hier.